Chronik der Festspiele
1958: Am 13. Juli 1958 wird mit „Winnetou“ zum ersten Mal ein Roman von Karl May in Szene gesetzt.
1964: Das eigentliche Gründungsjahr der Karl-May-Festspiele in Elspe. Ab diesem Jahr werden ausschließlich nur noch Stücke nach den Motiven von Karl May gespielt.
1974: Gründung der „Western Country GmbH“ als Betreiber der Karl-May-Festspiele.
1975: Die Western-Eisenbahn und der Western-Saloon werden gebaut.
1976: Die Zuschauertribüne wird von 2000 auf 4400 Plätze erweitert. Die Gesellschaft engagiert den Franzosen Pierre Brice als „Winnetou“. Neben den „Karl-May-Festspielen“ gibt es Reitershows, Tierdressuren, indianische Folklore und ein Marionettentheater zu bewundern.
1978: Der Zuschauerraum wird überdacht. Das Dach ist dem des Olympia-Stadions in München nachempfunden und hat den Vorteil, dass kein Pfeiler den Blick versperrt.
1982: Das Elspe Festival führt die Computer-Reservierung  ein. Damals ein bahnbrechendes System. Dem Beispiel Elspes folgen später viele Konzertveranstalter und Veranstaltungsarenen sowie Bundesliga-Vereine.
1989: Ein großes Zelt ermöglicht es, auch Shows im Vorprogramm zu präsentieren, die bei Wind und Wetter unmöglich sind. Die „Western Country GmbH“ gründet das Tochter-Unternehmen „Elspe Event“. Es bietet seitdem erlebnisorientierte Incentive-Veranstaltungen für Firmen und Vereine  an.
1992: „Grill-City“, eine Open-Air-Erlebnis-Gastronomie ergänzt das Angebot.
1993: Der Komiker Helge Schneider dreht den Klassiker „Texas - Doc Snyder hält die Welt in Atem“ in Elspe.
1994: Die fünf Millionen Euro teure "Elspe-Festival-Halle" wird eingeweiht. Die aufwendige Technik - hier kann zum Beispiel die Sonne untergehen, können Gewitter simuliert werden, ein Sternenhimmel über den Köpfen der Zuschauer strahlen und echter Regen fallen - ist bis heute einmalig im Showgeschäft. Dinnershows werden als neues Angebot aufgenommen.
2001: Die Besucherzahlen überschreiten die für eine Freizeit-Einrichtung „magische Grenze“ von 10 Millionen.
2005: Mit der „Elk-Lounge“ eröffnet das Festival die Business-Class der Festspiele. Für die Sommer-Saison
2006 wurde der Logenbereich mit bequemen Comfort-Sitzen für die Zuschauer noch erweitert.
2008: Das „Elspe Festival“ feiert 50 Jahre Karl May im Sauerland.
2009: Bei der Inszenierung von „Der Schatz im Silbersee“ geht zum ersten Mal auf der Bühne des Elspe Festival ein Schiff unter.

                                         Die Schauspieler

Kein anderer Schauspieler ist so häufig in das hirschlederne Kostüm des „Winnetou“ geschlüpft wie Benjamin Armbruster. Seit 1990 verkörpert er den Helden aus den Büchern von Karl May auf der Bühne des Elspe Festivals. Armbruster, geboren in Siebenbürgen, begann seine Karriere bei internationalen Filmproduktionen in Rumänien. Wenn er nicht in Deutschlands Wildem Westen für das Gute kämpft, steht Armbruster beim Stadttheater in Bielefeld auf der Bühne. Nebenbei gibt er seinen Kollegen Stuntunterricht. „Winnetou ist die Rolle meines Lebens“, sagt der Schauspieler. Und Elspe-Chef Jochen Bludau fügt hinzu: „Benny spielt die Rolle nicht nur, er ist auch so.“

„Ich bin froh, einmal einen Guten spielen zu dürfen“, lacht Michael Heuel, der neu in der Rolle des „Old Firehand“ ist. Heuel wurde ganz in der Nähe von Elspe, in Olpe geboren. Im Fernsehen ist er meist der Bösewicht. Heuel war in Serien wie „Unter uns“ oder „SK Kölsch“ zu sehen. In der ARD-Dokumentation „August der Starke“ spielte er die Hauptrolle. „Da durfte ich auch reiten und das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mich in Elspe beworben habe“ so Heuel.

Jean Marc Birkholz setzt als „Kleiner Bär“ kämpferische, aber auch romantische Akzente. Für ihn sind Karl-May-Festspiele nichts Neues. Birkholz spielte bereits auf der Freilichtbühne im sächsischen Rathen den „Winnetou“. Der Unterschied? „Da ist eigentlich kein Vergleich möglich. In Elspe wird professioneller gearbeitet. Die Inszenierung ist auch wesentlich größer als in Rathen.“

Joachim „Jogi“ Kaiser hat als „Sam Hawkens“ seit einigen Jahren die Lacher auf seiner Seite. Kaiser begann als Sänger einer Hardrock-Band, kam so zu Musicals wie „JFK“ und schließlich zum Ensemble des bekannten Hamburger Ohnsorg-Theaters.

Rolf Schauerte wird für seine Rolle als Gangsterboss „Brinkley“ vom Publikum mit Buh-Rufen belohnt. „Macht nichts, auch das ist ein Erfolgserlebnis“, lacht er. Dass er auch Helden verkörpern kann, hat Schauerte im vergangenen Jahr bewiesen. Da überzeugte er als „Old Surehand“ in „Unter Geiern“. Schauerte ist neben Jochen Bludau Geschäftsführer des Elspe Festivals.

Als „Ellen“ verliebt sich die Schauspielerin Samantha Richter in den „Kleinen Bären“. Richter stand im vergangenen Jahr im Staatstheater Kassel und im Badischen Staatstheater Karlsruhe auf der Bühne. Sie hat am Mozarteum in Salzburg studiert und spielt in dem Film „Toxic Lullabay“ die Hauptrolle, der in diesem Jahr Premiere hat. „Bei Samantha kommen zwei Sachen zusammen: Sie ist eine gute Schauspielerin und eine hervorragende Reiterin, davon konnten wir uns beim Casting überzeugen,“ so Elspe- Geschäftsführer Jochen Bludau.

Meinolf Pape ist ein Schauspieler der ersten Stunde beim Elspe Festival. Er hat die Karl-May-Festspiele mit aufgebaut. Besonders mit seiner Stuntarbeit prägte Pape die Action-Inszenierungen. Als „Großer Wolf“, Häuptling der Utahs, ist er beim „Schatz im Silbersee“ der indianische Gegenspieler von „Winnetou“.

                                     60 Darsteller - 40 Pferde und ein Schiffsuntergang
„Brinkley“ und seine Gangster glauben, am Ziel ihrer Träume zu sein. Sie halten den Schatz der Utahs in ihren Händen. Die Banditen laden das Gold auf den Raddampfer, den sie gekapert haben. Dann, plötzlich: Eine Explosion erschüttert das Schiff. Feuerbälle steigen in den Himmel. Der Dampfer bekommt Schlagseite. Die nächste Detonation. „Winnetou“ und „Old Firehand“ haben in letzter Sekunde dem Guten doch noch zum Sieg verholfen. Das Happy-End beim „Schatz im Silbersee“, der diesjährigen Action-Inszenierung bei den Karl-May-Festspielen des Elspe Festivals im Sauerland.

Mehr als 200.000 Zuschauer werden bis zum 30. August erwartet. Die ersten Vorstellungen sind bereits ausverkauft. 60 Darsteller, Stuntmen und Statisten sind auf der rund hundert Meter breiten Bühne zu sehen. Nirgendwo anders galoppieren mehr als 40 Pferde in einer Show vor den Augen des Publikums.

Den Besuchern wird in diesem Jahr eine Menge Action geboten. Mit einer Höhe von 20 Metern gibt es auf der Elsper Bühne Deutschlands größten Wasserfall zu bewundern. 75.000 Liter Wasser stürzen pro Minute in die Tiefe. Atemberaubend ist es auch, wenn die Westerneisenbahn von den Gangstern überfallen oder  ein Stuntman hinter einer brennenden Kutsche durch die Steppe geschleift wird.

Benjamin Armbruster als „Winnetou“ und Michael Heuel in der Rolle des „Old Firehand“ garantieren 90 Minuten Spannung. Joachim „Jogi“ Kaiser sorgt in der Rolle des „Sam Hawkens“ dafür, dass auch der Humor nicht zu kurz kommt.

Die Karl-May-Festspiele sind allerdings nicht alles, was die großen und kleinen Besucher an einem Tag in Elspe erleben können. Eine Musik-, eine Greifvogel– und eine Stuntshow von jeweils einer halben Stunde Dauer machen das Festival zu einem Ganztagserlebnis für die Familie. Außerdem gibt es noch die Elspe-Street-Party mit Country-Musik und Komödianten. Auch ein Besuch im Original-Western-Saloon oder eine Fahrt mit der  Eisenbahn mit Dampflok lohnen sich.

Karten für das Elspe Festival gibt es unter der Telefonnummer

0 27 21 / 9 44 40

                                                                     Der Schiffsuntergang
Der Untergang der „Dogfish“ ist einer der größten pyrotechnischen Tricks, die jemals auf der Bühne bei den Karl-May-Festspielen in Elspe gezeigt wurden. „Wir mussten im Winter Felsen sprengen und im Frühjahr Wasserleitungen verlegen“, so Elspe-Geschäftsführer und Regisseur Jochen Bludau.

Entworfen wurde das Schiff von dem amerikanischen Architekten Randell R. Greenlee, der sonst hauptsächlich für die Gestaltung und den Umbau der großen Hotels im US-Spielerparadies Las Vegas verantwortlich ist. Greenlee hatte bereits die Elsper Showhalle, die noch immer einmalig in ihrer Art ist, entworfen

Randell R. Greenlee hat sich bei seinem Entwurf an Raddampfern orientiert wie sie etwa seit 1860 von Gesellschaften wie „Pony Express“ eingesetzt wurden. Die Schiffe im Wilden Westen waren damals wesentlich kleiner als die Dampfer im Osten Amerikas. Auf Flüssen wie dem Mississippi und Missouri wurden Schiffe eingesetzt, die damals bereits Kabinen für ihre Passagiere und Spielcasinos an Bord hatten. Dafür war auf den kleineren Nebenflüssen im Westen des Kontinents kein Platz. Die Dampfer im Land der Cowboys und Indianer waren mehr Transporter - die Flüsse und Seen sozusagen die Straßen der Spediteure des 19. Jahrhunderts.

Es gibt eine interessante Legende, die Karl May zwar nicht kennen konnte, die aber gut zu seinen Abenteuern in dem Buch „Der Schatz im Silbersee“ passt. In Kalifornien wird von einer Generation zur anderen erzählt, dass einer der vier am Owens Lake eingesetzten Raddampfer etwa im Jahr 1872 mit einem Silberschatz untergegangen ist. Es gab damals viele Silberminen am Rand des Sees.

Ob der Dampfer in einem gewaltigen Sturm, durch eine Explosion der Kessel oder aus einem anderen Grund untergegangen ist, darüber gibt es noch in der Gegenwart die wildesten Spekulationen. Tatsache ist aber, dass der Owens Lake inzwischen ausgetrocknet ist.

An der Legende muss etwas dran sein. Reste des Raddampfern wurden nämlich tatsächlich von amerikanischen Historikern gefunden, allerdings gibt es von dem Schatz keine Spur.

                                                                                 Die weiteren Shows
Die Karl-May-Festspiele sind nicht alles, was ein Besucher beim Elspe Festival erleben kann. Bereits ab 10 Uhr unterhalten Country-Musiker und Straßenkünstler die Gäste in Deutschlands Wildem Westen. Plötzlich und unverhofft steht man selbst im Mittelpunkt einer Schießerei, trifft auf Indianer und Cowboys, schräge Typen und lustige Helden.

Vor dem Start der Karl-May-Festspiele um 14.45 Uhr (bei Abendvorstellungen um 20.15 Uhr) gibt es noch drei internationale Shows im Vorprogramm.

Ein Markenzeichen des Elspe Festivals ist inzwischen die Musikshow geworden. Sie findet in der Showhalle mit ihren vielfältigen technischen Möglichkeiten statt. Hier kann es schneien oder regnen, hier funkeln die Sterne vom Himmel. Produziert wurde die Show nach Vorgaben des Elspe Festivals in Nashville in den Vereinigten Staaten.

Einige der besten Cascadeure Europas zeigen bei der Stuntshow in der Reitarena ihr Können. Hier kann das Elsper Team auch einmal beweisen, dass es nicht nur auf dem Rücken der Pferde zuhause ist, sondern zum Beispiel auch mit dem Degen im Land der Musketiere seinen Mann und auch seine Frau stehen kann. Köpfe einziehen heißt es bei der Greifvogel-Show. Nur wenige Zentimeter über den Zuschauern fliegen die Stars der Vorführung zur Bühne. Erstaunliches und Wissenswertes wird dem Publikum präsentiert.

Natürlich lohnt sich auch ein Besuch im Original Western-Saloon oder in einem anderen Bereich der umfangreichen Erlebnis-Gastronomie des Elspe Festival. Ein Muss, besonders für die kleinen Besucher, ist die Fahrt mit der Western-Eisenbahn über die Naturbühne. Und wer einmal hinter die Kulissen von Europas Showpark schauen möchte, der hat dazu bei einer Bühnenführung nach den Nachmittagsvorstellungen Gelegenheit.

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